Allgemein

IMG_20131005_222244Folgende Situation: Samstagmorgen, mal wieder viel zu lange gepennt, Kopfschmerzen. Du lässt dich aus dem Bett und frischweg (oder eben nicht) fünf Stockwerke runter auf die Strasse fallen und torkelst dann zum Supermercado. Belädst deinen Einkaufswagen ganz ordentlich, stellst dich in die Netzpython lange Schlange und irgendwann … bekommt dich eine tiefe Leere. Beziehungsweise sie bekommt deinen Geldbeutel. Beziehungsweise sie bekam ihn schon gestern Abend. Aber nicht auf buddhistische, sondern vielmehr auf monetäre Weise: kein Bargeld!
So, und jetzt kommt schon bald die Pointe: Ich deponiere also meinen Wagen, laufe aus dem Supermercado richtung nächsten Bankschalter. Wegbeschreibung: 150 m Süden, dann 90° nach rechts, dort ist BBVA. Geld ahbehen, wieder 90° rechts und 150 m in den Norden – dann müsste man eigentlich nur noch weitere 90° nach rechts gehen und man ist wieder am Ursprungspunkt. Normale Quadratstrecke. Jeder kennt sie, jeder liebt sie. Der Klassiker. WAR ABER NICHT SO! Valencia verarscht seine Touristen komplett! Sobald jene um die Ecke abbiegen, wird die Stadtfassade ausgetauscht. Man landet nach 3-minütigem Fussmarsch (Quadratstrecke!) im Nirvana, im Nirgendwo, am anderen Ende der Welt. Valencia ist Spanisch für «Labyrinth»! Irgendjemand trieb ein fieses Spiel mit mir. Ihr könnt mir ab sofort Truman sagen. Truman Burbank, denn zu selbiger wollte ich ja eigentlich – aber es gab kein Zurück! Ich wusse nicht, wo ich mich befand. Nach 21 Tagen im Herzen Valencias sollte man eigentlich eine kleine Orientierung sein eigen nennen können, aber ich hatte 0,00 Plan, wo ich war. Antarktis, bist es du? Nee, dafür war es zu warm. Judäa, bin ich in dir? Neee, dafür war es zu wenig urban. Bochum, komme ich aus dir? Wann ist ein Mann ein Mann? Und der Mensch heisst Mensch? Irgendwann lief ich einfach Luftlinie in irgendeine Richtung, bis zu einer supergrossen Strasse, und von dort aus gab es dann Neuorientierung.

Bis Ende Oktober wohne ich noch bei einer Gastmutter, nachher geht’s in eine eigene Wohnung. Meine Gastmutter hat mir gestern Morgen die Wäsche gemacht, draussen aufgehängt, fuhr übers Wochenende nach Madrid, ich ging in die Schule – und aus dem Nichts kam ein Platzregen. Der auch ein bisschen Dreck von unserem Dach spülte – auf meine Wäsche! Die kleinen Problemchen halt. N Klassiker!

Als Pluspunkt kann ich hingegen verzeichnen, dass ich mit Deutschlandhose ins Fitnessstudio ging, mich ein deutschsprechender Spanier anquatschte und sogleich in seine Fussballgruppe (jeweils Dienstags in der Uni, zusammen mit zwei Schweizern, zwei Deutschen, einem Holländer und vier Spaniern) einlud. Geil! In Valencia muss man nicht mal unbedingt fleissig kontakten, man wird schnell mal angesprochen. Wohnungsangebote habe ich auch schon, und der ekuadorianische Barkeeper hat mir auch schon seine Telefonnummer durchgegeben. Läuft alles!

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Ürgendwo im Nürgendwo

Kurzmitteilung

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