🤦 Lars Lässig im Beamtenland

Als Lars Lässig nach Hause kommt, erinnert er sich wieder einmal daran, dass er einen Briefkasten hat. Der Gute hat ganz schön zugenommen über die Wochen. Lars reisst also alle Gratiszeitungen und Werbeflyer heraus, stapelt sie und legt sie an den Strassenrand. Morgen kommt die Abfuhr. Glaubt er.

Das Betreibungsamt hat ihm einen Brief geschickt. Wie schön, dass sich die Damen und Herren mal wieder bei ihm melden. Man bittet ihn, in den nächsten Tagen vorstellig zu werden und eine Zahlungsaufforderung abzuholen. Die Leute wollen nur seine Kohle.

Er geht also am nächsten Tag vorbei und holt den Wisch ab. Dort sagt man ihm, er habe nun 10 Tage Zeit für einen Rechtsvorschlag. Lars googelt «Rechtsvorschlag». In Deutschland entspricht dies dem «Widerspruch im Mahnverfahren». Er entschliesst sich, selbigen einzulegen.

Exakt 10 Arbeitstage später, um 16.29 Uhr und somit 1 Minute vor Schliessung, geht er erneut beim Betreibungsamt vorbei, für besagten Rechtsvorschlag. Die folgende Szene wird in Dialogform wiedergegeben.

«Guten Abend. Einmal Rechtsvorschlag zum hier essen bitte.»

– «Sehr lustig. Moment.» Die Beamtin guckt auf den einen dieser hässlichen Büro-Monatskalender mit rotem Datumsschieber und zählt die Tage. Einmal. Zweimal. Ein drittes Mal. Dann holt sie tief Luft und sagt einen Spruch, den sie anscheinend auswendig kann: «Das hätten Sie gestern machen müssen. Heute ist Tag 11. Knapp zu spät. Sorry».

«Ich …»

– «Herr Lässig, mal unter uns Pastorentöchtern. Sie können nicht einfach das Datum von gestern vor Ihre Unterschrift setzen!»

«Ich …»

– «Sie sind heute da. Auch wenn Sie den Rechtsvorschlag gestern unterschrieben haben. Verstehen Sie? Sie können nicht einfach den 25. November vor ihre Unterschrift setzen und am 26. November kommen.»

«Ich …»

– «Wir Beamten sind nämlich nicht so träge, wie alle immer meinen.»

«Welcher Tag ist denn heute?»

– «Wie gesagt, Herr Lässig. Heute ist der … Oh, stimmt, sorry! Entschuldigen Sie, heute ist ja der 25. November. Wir haben das Datum eben vor ein paar Minuten schon vorgestellt, weil ja gleich Feierabend ist. Sie haben Recht, nichts für Ungut.»

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