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Superfood

Die drei längsten Schlangen der Welt sind die Anakonda (Südamerika), die Python (Südostasien) und die Warteschlange des Bahnhof-Supermarktes am Sonntagabend (Europa).

In einer solchen mich befindlich, konnte ich ab Warteminute 3 folgendem Monolog der Frau hinter mir lauschen, ihrer Kollegin vor dem Superfood-Regal vortragend.

«Ich habe einmal einen mega langen Artikel darüber gelesen, dass dies voll die Verarschung sei. Zum Beispiel Chia-Samen sind, glaube ich, mega schwer anzubauen und dann wegen der Pestizide mega ungesund für Mensch und Umwelt.»

Ja, was will man da noch entgegnen? Immerhin hat sie einen mega langen Artikel darüber gelesen. Wird schon stimmen, was sie sagt.

Titelbild und Legende: WhistlingBird

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Betreibung

Heute durfte ich das zweite Mal innert 10 Tagen aufs Betreibungsamt. Ich habe eine Zahlungserinnerung für die Mahagoni-Verzierungen meines Ferraris (Drittwagen) nicht rechtzeitig bezahlt, weil ich zwei Monate in Ibiza Golf gespielt habe.

Vor 10 Tagen habe ich diese Zahlungsaufforderung also abgeholt, mir eine verdiente Aus- und Bedenkzeit genommen, um heute um 16.29 Uhr – exakt 10 Tage später und eine Minute vor Feierabend – die letzte Möglichkeit für einen Rechtsvorschlag wahrzunehmen.

Dialog mit der Beamtin:

– «Guten Abend, einmal Rechtsvorschlag zum hier essen bitte.»
– «Moment. (Guckt auf den Kalender, zählt die Tage. Einmal, zweimal, dreimal). Das hätten Sie gestern machen müssen. Heute ist der elfte Tag, knapp zu spät.»
– «Ich …»
– «(Im Brustton der Überzeugung) Es nützt natürlich nichts, wenn Sie das Datum von gestern vor Ihre Unterschrift setzen!»
– «Ich …»
– «Sie sind heute vorbeigekommen, und das zählt. Datum hin oder her. Sie können nicht das Datum „7. September“ notieren und dann am 8. September kommen.»
– «Ich …»
– «Tut mir leid, geht nicht.»
– «Welcher Tag ist denn heute?»
– «Heute ist der … Oh, stimmt, sorry. Entschuldigen Sie, heute ist ja noch immer der 7. September. Wir haben das Datum eben vor ein paar Minuten vorgestellt, weil ja bald Feierabend ist. Sie haben Recht, nichts für Ungut.»

Gewisse Klischees sind halt eben doch gerechtfertigt …

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Melonas!

Wenn die Tage in Europa wieder kürzen werden, machen sich unzählige tropische Früchte auf die Reise gen Süden. Anders als ihre Freunde aus der hiesigen Fauna wandern die Vertreter nicht im Rudel, sondern alleine. Das hat einen bestimmten Grund: Pflanzen sind sehr lustig und machen das ganze Leben zu einem Wettbewerb. Wer ist zuerst im Süden, wer hat die spannendste Route, wer zeigt bei Ankunft die besten Reise-Dias, et cetera pepe! Wer Vierter wird, gewinnt eine goldene Ananas, es sei denn, es handelt sich bei den Wettbewerbern selbst um Ananasse. Aber von den Ananassen gibt es eh nur zwei weltweit, oder habt ihr schon mal drei Ananasse gleichzeitig gesehen? Ja, im Laden, sagt ihr nun. Die zählen aber nicht, das sind domestizierte Ananasse, stubenrein. Wann war zuletzt meine Stube rein? Gruss vom Klo, bis morgen!

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Arschprobleme in der Berufsschule

Schöne Anekdote aus der Berufsschule, die der Blogger absolviert hat, nachdem er nach 43 unentschuldigten Absenzen das Gymnasium verlassen, … äh, … durfte. Geht wie folgt:

Montagvormittag, 10 Uhr, wir schreiben eine Klausur in Geschichte. Ihr alle kennt die faulen Lehrer, die alle Parallelklassen die gleichen Prüfungen schreiben lassen. Wir kommen also um 9.50 Uhr ins Zimmer, die Klasse vor uns hat gerade die Prüfung hinter sich und steckt uns die Fragen, damit wir uns in den verbleibenden 10 Minuten noch bulimie-mässig Inhalte einverleiben können: lesen, für maximal 45 Minuten merken, in der Prüfung aufs Papier erbrechen und dann fürs Leben lang vergessen.

Ganz hektisch berichten uns die Kollegen aus der Parallelklasse, wir müssten unbedingt in Erfahrung bringen, wie das mit Napoleons Hämorrhoidensterben war. Sein Hämorrhoidensterben erläutern, ausführen, Fazit ziehen, mit heute vergleichen, etc.pp, wie sie halt so sind, die Geschichtsprüfungen. Die ersten von uns hatten bereits ein iPhone 1.0 und googelten für die ganze Klasse, erfolglos. Selbst wer «Hämmoirhoidensterben» richtig schrieb, fand nichts im Internet.

Pause fertig, Prüfung beginnt, der Blogger weiss gewohnt wenig, weil er nicht gelernt hat, guckt sich links was ab, rechts was ab, reimt sich etwas zusammen, erfindet Neues, bis er auf besagte Frage stösst, die aber trotzdem leicht anders lautet: «Erklären Sie Napoleons Hegemonialstreben.» Hegemonie statt Hämorrhoide, Streben statt Sterben, haha.

Nun, ganz ehrlich, ich hatte keine Ahnung. Aber zu Hämorrhoidensterben hätte ich mir sicher mehr zusammenreimen können.

Titelbild von » hier.

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Unterführungen, ein Phänomen!

IMG_20170819_201435_184.jpgIn Unterführungen spielt sich das wahre Leben ab: Den Ticketautomaten anvisierende Menschen zählen ihre Münzen und verschaffen sich so einen folgenreichen Überblick über ihre Liquidität, wobei sie nichts als die nackte Wahrheit erleben. Weekend Warriors, die werktags zu kurz kommen, prüfen hier ihren Mut, in dem sie, angestachelt von Ethanol und heller Beleuchtung, durch die hallenden Gänge johlen und so einen kurzen Augenblick ungetrübter Männlichkeit erfahren. Per Schienenverkehr angereiste Raucher laufen mit noch nicht entzündeter Zigarette an die frische Luft, wo sie sich endlich mal wieder unfrische Luft einverleiben können. Kurz vor dem Aufstieg in die Oberwelt ist hier den Augenblick gekommen, die Hose nochmals hochzuziehen, den knappen Rock doch noch provisorisch über den gesamten Arsch zu ziehen etc.pp., das ungeschriebene Gesetz des ersten Eindrucks befolgend, das demnächst am Treffpunkt in der Bahnhofshalle zur Geltung kommt.

Doch nicht für jeden ist die Unterführung der Tunnel ins Nachtleben, manch einer beendet selbiges in ihr, wobei das ja auch schon wieder pervers klingt. Apropos Sekrete, zurück zum Thema. Man spuckt ein letztes Mal auf den Boden, kotzt vielleicht noch hinter den Fahrplan oder zielt übriggebliebene Cheesburger-Papierchen anderthalb Meter neben den Mülleimer, ist doch egal, scheissegal, ab nach Hause, kacken und schlafen gehen.

Unterführungen bieten spektakuläre Kontraste, sie laden Spannung auf oder bauen Druck ab. Nur der gemeine Spiessbürger währt auch hier seinen Normaloschein und beugt sich wie gewohnt dem gesellschaftlichen Diktat der Mülltrennung, in dem er sein Sinalco vorsichtig auf den Pet-Turm legt. Lässig!

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Was für ein Arsch!

In unserer Werbeagentur mangelt es zurzeit an geilem Espresso. Okay, ihr habt Recht, den klassischen Arabica haben wir durchaus vorrätig. Aber ich bevorzuge eben den Espresso Lungo. Lang wie die Gedankengänge, langgezogen wie der Zwirbelschnauz, mehr ist mehr.

Deshalb suche ich nun halt eben die Cafeteria der Bibliothek der Hochschule nebenan auf. Statt neuen Lungo zu bestellen. Die Ausflüchte der Prokrastinatoren sind unerschöpflich. Die zwei sympathischen Verkäuferinnen der Hochschul-Cafeteria weilen zwar noch in den Ferien, zumindest wenn man dem in Times New Roman verfassten A4-Anhang Glauben schenken will , aber die beiden Kaffeeautomaten erbarmen sich der Studentenkarten- oder Bargeld-Besitzer.

Automat 1: lange Schlange der Gattung Mensch
Automat 2: weder Schlange noch sonstiges Geziefer

Werbetexter sind natürlich clevere Kerlchen, und so steuere ich zielbewusst Automat 2 an: Münzen abgezählt, Rezeptoren ready, Nervenzellen in Lauerstellung. Da erwartet mich ein weiteres A4-Blatt, dort, wo ich nun gerne den leeren Pappbecher platzieren würde. Dieses Mal im Querformat, violetter Filzstift statt tintengestrahltes Times New Roman. Text:

GELD WIRD OHNE KAFFEEAUSGABE GESCHLUCKT!
WAS FÜR EIN ARSCH! #FAIL #FUCKMYLIFE #SHAME!

In Zeiten des Ärgers solche Meisterwerke verfassen, das können nur Hochschulabsolventen auf Koffeinentzug. Danke für die Warnung, mein imaginärer Freund!

Ach ja, auf dem Zettel stand noch etwas. Das konnte ich aber nicht lesen, weil die Kaffeemaschine auf den Zettel tropfte. WAS FÜR EIN ARSCH!!!

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Trampeltier

Unter den Paarhufern gibt es die Widderkäuer (ernähren sich von männlichen Schafen), die Flusspferde (wässrige Rosse), die Schweineartigen (artige Säue) und die Schwielensohler. Wir kümmern uns heute um die Schwielensohler, weil das so geil klingt, zweieinverstanden?

Das Team der Schwielensohler besteht aus Altweltkamelen und aus Neuweltkamelen. Die Neuweltkamele sind schnell abgehandelt, sie bestehen aus langweiligen Lamas, drögen Vikunjas und öden Guanakos, allesamt maximal bessere Rehe, Rehe im Faserpelz quasi. Wir schauen uns ein doofes Bild an und lesen unten weiter.

Vicuña_Vigogne_Lago_Chungarà_4570m_Chile_Luca_Galuzzi_2006

Vikunjas sehen doof aus, aber das Foto von Luca Galuzzi ist schön (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Lucag/gallery)

Richtig interessant wird es bei den Altweltkamelen: Wir kennen das Dromedar (1 Höcker) und das Kamel (2 Höcker), wobei das Kamel eigentlich nicht Kamel heisst, sondern Trampeltier. Zwei Dromedare haben zwei Höcker und bilden zusammen ein Trampeltier.

Trampeltiere sind hochgradig gefährdet, das heisst, dass sie bei hohen Temperaturen sterben. Deshalb lagert man sie am besten im Kühlschrank und gewährt ihnen nur in Polarnächten etwas Auslauf. Ja, das klingt hart, aber Ordnung muss sein.

Der Höcker dient der Fettspeicherung, weshalb ein Trampeltier bei genügendem Trampeln und durch strikte Pflanzenkost schon mal das Fett eines Höckers abspecken und so ein Dromedar werden kann. Das Dromedar ist ein fittes Trampeltier, das Trampeltier ein Dromedar in der Massephase (im Winter essen und trainieren, im Sommer präsentieren).

Trampeltiere haben ein etwas zotteliges Fell, wenn sie anständig frisiert werden, erreichen sie aber auf der Autobahn gerne 230 km/h, was ihnen nicht selten Bussen einbringt, was aber auch nicht nützt, da sie nur PkW-Führerscheine besitzen und keine Busse fahren können.

An dieser Stelle endet der Text etwas abrupt.

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