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Bildlegende

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Wir sehen hier Schweizer Asphalt in weit über den medialen Hype erfahrenden 50 Schattierungen der Farbe Grau, der sich unter einer mit noch 5ml durch Glukose, Riboflavin und diverse Natriumcitrate gestrecktem Wasser gefüllten Aluminiumdose erstreckt, was insofern enttäuschend ist, als der Blogger innerhalb kurzer Zeit zwei Verben des gleichen Wortstamms «Streck» verwandte. Der Urheber dieser Kulisse ist nicht mit dem Urheber des Bildes zu verwechseln, man kann sie am Koffeinstrom im Blut unterscheiden: Viel (Kulissenurheber) trifft wenig (Bildurheber). Das Foto ist mässig, weswegen sein Urheber keine Bild-Legende ist, geschweige denn wird oder gar gewesen wäre, aber selbige mit passionierter Verve verfasst, wofür ich als ebenselbige ja gerade Zeuge stehe oder, um dem Motto des legendierten Bildes gerecht zu werden, liege.

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Frische Luft am Arsch!

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Bei schönem Wetter haben fast alle Menschen Pläne: Sie treiben Sport, treffen sich zur Verköstigung oder erkunden die Natur. «Geniess die schönen Tage», «Was machst du am Wochenende?», «Liebe Grüsse vom Baggersee». Das macht den Spontanen dieser Welt natürlich für kurze Zeit ein schlechtes Gewissen. Doch diese bleiben wetterunabhängig! Sie richten ihre Aktionen nicht nicht nach der Sonne aus und freuen sich trotzdem, wenn sie scheint. Befreien auch Sie sich aus den Klauen des Wetterberichts!

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Prekariat

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Heute regnet es. Ein Regentopfen ist harmlos, zu zweit werden sie lästig und in millionenfacher Ausführung bilden sie eine Masse, die schwer auf das Gemüt drückt. Deshalb ist, wem sein Chaos über den Kopf wächst, gut beraten, seine Lebensführung mit noch prekäreren Lebensführungen zu vergleichen. Der Blogger liest gerne politisch semi-korrekte Detektivgeschichten aus Übersee und Überjahrtausend, USA 30–70. Dort wird geschossen und getrunken sowie gefickt; betäubt und beraubt sowie betrogen – dass das eigene Leben plötzlich wieder seidig glänzend und wohlsortiert anmutend vor einem liegt. Vergleiche Schlechtes mit Schlechterem und es wird besser. Zumindest für einige Sekunden.

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Die Matrix, die Matrix!

Der Blogger sucht den Kiosk seines Vertrauens auf, um sich mit Wasser, Lebensstoff, zu versorgen, und entscheidet sich für H2O aus der Birchquelle Eptingen, reiner Sicherheitskauf. Die Warteschlange an der Kasse besteht aus einer älteren, voluminösen Frau, die ein Exemplar der Regenbogenpresse erwerben möchte. Da kommt es zu folgendem Dialog:

«3 Franken 70 bitte.»
– «Das kostet doch 2 Franken 90.»
«Ja, stimmt, dachte ich auch gerade beim Einscannen. Ist wohl teurer geworden.»
– «Unfassbar.»
«Ja, ein hoher Sprung von 2 Franken 90 auf 3 Franken 70. Aber wir haben keinen Einfluss auf die Preise.»
– «Doch, natürlich.»
«Nein.»
– «Doch, doch, ganz sicher.»
«Nein, schauen Sie, der Preis ist aufgedruckt. Den bestimmt der Verlag.»
– «Jaja, aber Sie kriegen was davon zurück.»
«Wie meinen Sie das?»
– «Ich kenne einige Leute, die in dieser Branche arbeiten. Ich weiss, wie das läuft.»

Und läuft weg. Ich mache den folgenschweren Fehler, in der Schlange aufzurücken, statt mich an die Fersen dieser mysteriösen Insiderin zu heften. Wie gerne hätte ich mir von ihr das Leben erklären lassen. Endlich verstehen, was sich hinter den Kulissen, im Technikraum der Matrix, wohl so abspielt. Endlich wissen, wie das läuft.

Mein Wasser war gleich teuer wie letztes Mal.

 

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Willkür #1

Paris SG scheint bereit zu sein, 222 Mio. für Neymar zu zahlen.

Leute sagen: «Viel zu viel, das sprengt den Rahmen, das ist sind absurd hohe Zahlen.»

Seit wann und ab welchem Betrag regen sich die Leute nun eigentlich auf?

Welches war die letzte Summe, die noch okay war? 100 Mio. für Ronaldo vor 8 Jahren? 60 Mio. für Figo vor 17 Jahren? 5 Mio. für Kahn vor 23 Jahren? 1 Million? 50’000? 100 Dollar? Appel und ein Ei? Wo zieht man die Grenze?

Egal, wie die Antwort aussieht. Sie wird willkürlich sein.

 

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Paradoxien #2

Nehmen wir einen bunten Vogel, der an einem sonnigen Julitag im Wald den Nektar einer bunten Pflanze saugt.

Leute sagen: «Wow! Das ist pure Natur. Die kleinen Momente sind ja oft die Schönsten.»

Nehmen wir nun eine Fliege, die an einem nebligen Novembertag in der Stadt genüsslich den Kot eines Hundes verzehrt. Ist dies auch ein schöner kleiner Moment purer Natur?»

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Paradoxien

Nehmen wir eine Schönheitskönigin mit einer sehr dünnen Nase. Ihre Nase ist so auffallend dünn, weil sie diese mehrfach operiert hat.

Leute sagen: «Sie wäre eine schöne Frau, aber diese künstliche Nase gefällt mir nicht.»

Dann kommt die Berichtigung: Die Nase wurde nie operiert, sie hat wirklich seit Geburt eine dünne Nase.

Die gleichen Leute sagen: «Wow, was für eine natürliche Schönheit. Sie soll so bleiben, wie sie ist. Diese Nase gehört zu ihr, das macht sie aus.»

Gleiche Nase, gleicher Beurteiler, unterschiedliche Urteile.

Paradoxer Bullshit.

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