Humor

Enten

Enten sind die besten Tiere der Welt. Meine ganz persönliche Meinung! Handgemacht und selbstvertrieben. Handverlesen und sehrverlegen. Sehrverlogen und Nieselregen.

Wo war ich? War ich überhaupt? Ente, Gans und Schwan, heilige Dreifaltigkeit, dreierne Einfaltigkeit. Gefiederte Wasservögel, mit Federkleid im Wasser, man lebt ja nur einmal, yolo! Kleidung nassmachen: Was sich unsereins nicht traut, ist für die Enten draufgängerischer, ach was, draufflieg- und -schwimmerischer Alltag. Bin kurz auf dem Klo. So, zurück. Mandarinenten immer roh verzehren, sonst geht das Vitamin C kaputt. Enten haben keinen Schwanz, Enten haben Bürzel! Kleine und dünne Bürzel, aber es kommt ja sowieso mehr auf die Technik an. Im Winter fliegen Enten in den Süden (Mallorca ist nur einmal im Jahr) und im Sommer machen Sie Städtetrips in Europas Norden. Enten sind die Hipster der Fauna.

Der Trompeterschwan ist gerne Petersilie und heisst drum Peterschwan. «Isst» mit zwei «s», sagen Sie jetzt, aber ich meine «ist» mit einem «s»: Ja, der Trompeterschwan wäre gerne eine Petersilie, er isst als Kind in einen grünen Smoothie gefallen. Ja, dieses Mal «isst» mit zwei «S», weil er ihn ja gegessen hat. Smoothies soll man ja gut kauen, Verdauung beginnt im Mund, der Gaumen ist der neue Magen. Kauen, einspeicheln, einverleiben, absorbieren, ausscheiden. Apropos Verdauung: Enten scheiden auch aus, meistens im Achtelfinal.

Eine kleine Ente lernt nach 2 Wochen das Laufen, nach 4 Wochen das Fliegen und nach 6 Wochen das Schwimmen und absolviert nach 8 Wochen ihren ersten Quackathlon. Sofern Sie die Qualifikationsprüfung besteht, unter strenger Aufsicht eines aggressiven Schwarzen Schwanes, den es gar nicht gibt, was die Prüfung automatisch ungültig macht und darum praktizieren viele Enten ihren Sport mit einem gefälschten Zertifikat, aber was will man machen.

Standard
Allgemein

Wörterkunde

Achtung: Schriften aufbewahren = Aktenordner
Hingegen: FKK-Strand absichern = Nacktenordner

Wer mit seinem Leben nicht klarkommt, der soll es über Nacht einweichen lassen.

Afrikanischer Beamter emigriert:
Er druckte noch einen Kontoauszug
Bevor er aus dem Kongo auszog

Zellstoff findet in der Wellpappe seine Vollendung.

Der Drucker bittet die Druckerin zum Stanz.

Standard
Allgemein

#2 – Die Rache des Anis!

Adventszeit, Zeit der Gewürze. Plötzlich werden all‘ die abgeschobenen, halbwaisen, arbeitslosen verlorenen Söhne der Gewürzssammlung doch noch aus dem Regal hervorgekramt. Motto, Claim und Credo dieser erbärmlich-pseudogütigen Aktion der Küchenchefs lautet: «So, jetzt zeigt mal, was ihr könnt.» Jetzt werden diese geschundenen Gewürze in Minute 85 plötzlich eingewechselt mit der schweren Bürde, dass man von ihnen nicht weniger als Anschluss-, Ausgleichs- und Führungstreffer erwartet. Das Spiel (das Jahr, für alle, die Mühe mit Metaphern haben) muss nun noch irgendwie gerettet werden. 11 Monate nichts zustande gebracht und jetzt auch noch Verantwortung abschieben. Schämt euch, ihr Küchenchefs (Trainer) und Konsumenten (Zuschauer) dieser Welt! Angeführt wir die bemitleidenswerte Truppe der Fastverschollenen vom eigentlich schon geschassten Ex-Captain Muskat und seinen 3-Muskattieren, namentlich: Gewürznelke, Kardamom und Zimt. Im Schlepptau mitgeführt wird der gebeutelte Anis. Er sieht 11 Monate kaum Tageslicht und während seine Leidesngenossen nun wenigstens für 24–25 Tage die Küchenbühnen rocken, muss er selbst zur Adventszeit mit der Rolle des Polarisierenden vorlieb nehmen. «Iiih, mag ich nicht». «Was ist denn das bitte für ein Geschmack?» «Gib mal lieber ganz schnell die Zimtsterne rüber.» «Buah, schmeckt ja wie Seife.» Allen Anishassern wünsche ich eine mittel- bis äusserstschwere Superinfektion (Rhinoviren + andere Viren + Bakterien + Katarrh + Dubai), die nur durch einen heissen Anis-Aufguss gemildert werden kann. Nicht behoben, sondern gemildert. Anisaufguss süffeln bis an(i)s Lebensende. Für die anderen gibt’s Glühwein, Likör und Schnaps. Har har, die Rache des Anis.

Wer ohne schwarzen Vater, aber mit weisser Mutter aufwächst und Karrie macht, ist ein halbweisser halbwaiser Ganzweiser!

Standard
Allgemein

Richard David GOTT!

Bin seit Tagen in jeder freien Minute auf youtube und guck mir Videos von Richard David Precht an. Ob Vorträge, Talk Shows, Interviews oder irgendwelche zusammengeschnittene 23-Sekunden-Statements, ich geb mir die volle Dröhnung. Richard David Precht ist klug, gebildet, belesen – und in jeder Thematik absolut unfehlbar: Ob Bildungspolitik, gesellschaftliche Fragen oder Weltpolitik, Richard David Precht hat immer Recht. Richard David Precht ist vermutlich der beste Mensch der Welt. Oder der zweitbeste nach Heinz Strunk (und knapp vor Kollegah, Ken Jebsen und Elliott Hulse). Des Weiteren überzeugen die einfache Sprache (Gegenstück zu Peter Sloterdijk), das ast- und naturreine sowie ungetrübte Hochdeutsch (hier könnte Peter Sloterdijk mithalten, aber der nuschelt ja immer so), der Doppelvorname (Der Doppelvorname ist der neue Doppelnachname [Peter Sloterdijk hat zwar je nur einen, aber insbesondere letzterer kann durchaus auch überzeugen]) und natürlich vorneweg sein Haupthaar (Peter Sloterdijk ist zwar auch ein Vertreter der Langhaarzunft, aber sein Haupthaar ist schütterer. Vermutlich hat er sich einen Drittel rausschnipseln und als Schnauz implantieren lassen). Richard David Prechts Haar ist sein (dessen?) Steckenpferd. Richard David Precht tritt nie im Radio auf, denn dort verliert er seine Argumentationskraft. Richard David Precht ist aus journalistischer Sicht mit Samson gleichzusetzen: Gebt dem Mann langes Haupthaar, sonst kann er nichts.

Ich brauch unbedingt auch wieder eine Mähne. Muss unbedingt (schon wieder „unbedingt“? Ich brauch neben der Mähne auch eine auf Synonyme spezialisierte Assistentin) Vorkehrungen in diese Richtung treffen. (Notiz an mich selbst: Lavaerde, Eisen-Tabletten und Wildschweinborstenbürste kaufen). Morgen mehr dazu.

Standard
Allgemein

Indianerehrenwort

Als würden Text und Bild nicht ausreichen, quetscht sich in jeden journalistischen Beitrag noch eine Infografik. Scheiss Infografiken, höchst penetrant, die Dinger. Hiermit verspreche ich, dass dieser Blog ganz ohne Infografiken auskommt.

Immer mehr Menschen arrangieren sich mit der Scheisse, die in der Welt vor sich geht. Sie rufen quasi zum Zivilen Sehrgehorsam auf. Was wohl der Dachverband der Dachdecker dazu meint?

Der «Apostroph» heisst eigentlich «Apostrophe» und muss deshalb mit Apostroph geschrieben werden: Apostroph‘

Konsumentenschützer schützen die Bürger beim Konsum: Bodyguards für Sandwichverdrücker, Sicherheitsabsperrungen für Fernsehende, Schleudersitze für Lesende.

Drogenabhängige kriegen nun endlich auch Entgelt; den sogenannten Fixlohn.

Das war’s auch schon wieder. Schönen Donnerstag.

Standard
Allgemein

Feldsalat, Marsch!

Solange der Ölpreis nicht drastisch sinkt, werde ich weiterhin vor allem Essig über meinen Salat geben.

Bin wieder ziemlich alternativ unterwegs: Höre nur noch Second-Hand-Musik, sprich Lieder, die schon von anderen gehört wurden.

Es muss unbedingt nochmals über die Buchpreis-Bindung abgestimmt werden. Dass die Preise immer noch geklebt werden, finde ich völlig altmodisch.

Der Feldsalat ist –ähnlich dem Feldherr – der oberste Befehlshaber und -geber während eines Blattgemüse-Kriegs (meistens gegen Kohlgemüse oder Blütengemüse geführt [zu Zwiebel- und Wurzelgemüse bestehten partnerschaftliche Beziehungen]).

Standard
Allgemein

Feuilleton

Allerneuestes Buchprojekt:

«POCKEN STATT SOCKEN – noch schlimmere Geschenkideen für 2014»

Wusstet ihr, dass Gnome keine kleinen Menschen sind, sondern kleine Tiere? Sie haben dementsprechend auch keine Haut, sondern ein Zwerchfell.

Zeitungen bestanden ursprünglich aus einem Politik-Teil, einem Sport-Teil und einem Feuilleton. Für die Auslage in Restaurants und Bars wurden im späten 19. Jahrhundert dann der Wirtschafts-Teil sowie der Lokal-Teil erfunden.

Kann man hauptberuflich, ganzzeitlich und lebenslänglich Feuilleton-Journalist sein? Bestimmt werden diese Journalisten mit der Zeit immer anspruchsvoller. Berichten nur noch über von südkaukasischen Laiendarstellern gespielte Schwarz/Weiss-Stummfilm-Mehrteiler. Empfehlen nur noch Worldmusic-CDs mit einem Mindestanteil von 50 % an Flora- und/oder Fauna-Klängen. Also zum Beispiel müssen 25 % der tonalen Erzeugnisse von im 3/4-Staccato-Hufschwung arktische Tundren umrundenden Moschusochsen kommen, und weitere 25 % von sich durch den Hochnebel kämpfenden und dann langsam auf den Morgentau niederlegenden Blütenpollen?
Wahrscheinlich ist diese Vorstellung Utopie. In Wahrheit werden Feuilleton(schreib ich’s immer noch richtig?)-Journalisten nämlich immer unromantischer: Gucken sich einfach die Spiegel-Bestseller-Liste an, entscheiden sich für ein Buch, das auf den Rängen 10-15 liegt (damit’s nicht so auffällt), schreiben den Klappentext ein bisschen um, indem sie die drei gebräuchlichsten Wörter durch Fremdwörter ersetzen und noch 5 Doppel-Adjektive (wie «tragikomisch») einbauen (damit’s nicht so auffällt, II) und vergeben dann nur halbe Noten, also 3.5 von 5 oder 8.5 von 10 (damit’s nicht so auffällt, III).

Der Spaziergang ist das Wellness-Wochenende der Unterschicht.
Das Flanieren ist das Nordic Walking des Müssiggängers.
Der Strumpf ist die Waffe der Sekretärin.

Standard