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Was für ein Arsch!

In unserer Werbeagentur mangelt es zurzeit an geilem Espresso. Okay, ihr habt Recht, den klassischen Arabica haben wir durchaus vorrätig. Aber ich bevorzuge eben den Espresso Lungo. Lang wie die Gedankengänge, langgezogen wie der Zwirbelschnauz, mehr ist mehr.

Deshalb suche ich nun halt eben die Cafeteria der Bibliothek der Hochschule nebenan auf. Statt neuen Lungo zu bestellen. Die Ausflüchte der Prokrastinatoren sind unerschöpflich. Die zwei sympathischen Verkäuferinnen der Hochschul-Cafeteria weilen zwar noch in den Ferien, zumindest wenn man dem in Times New Roman verfassten A4-Anhang Glauben schenken will , aber die beiden Kaffeeautomaten erbarmen sich der Studentenkarten- oder Bargeld-Besitzer.

Automat 1: lange Schlange der Gattung Mensch
Automat 2: weder Schlange noch sonstiges Geziefer

Werbetexter sind natürlich clevere Kerlchen, und so steuere ich zielbewusst Automat 2 an: Münzen abgezählt, Rezeptoren ready, Nervenzellen in Lauerstellung. Da erwartet mich ein weiteres A4-Blatt, dort, wo ich nun gerne den leeren Pappbecher platzieren würde. Dieses Mal im Querformat, violetter Filzstift statt tintengestrahltes Times New Roman. Text:

GELD WIRD OHNE KAFFEEAUSGABE GESCHLUCKT!
WAS FÜR EIN ARSCH! #FAIL #FUCKMYLIFE #SHAME!

In Zeiten des Ärgers solche Meisterwerke verfassen, das können nur Hochschulabsolventen auf Koffeinentzug. Danke für die Warnung, mein imaginärer Freund!

Ach ja, auf dem Zettel stand noch etwas. Das konnte ich aber nicht lesen, weil die Kaffeemaschine auf den Zettel tropfte. WAS FÜR EIN ARSCH!!!

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Trampeltier

Unter den Paarhufern gibt es die Widderkäuer (ernähren sich von männlichen Schafen), die Flusspferde (wässrige Rosse), die Schweineartigen (artige Säue) und die Schwielensohler. Wir kümmern uns heute um die Schwielensohler, weil das so geil klingt, zweieinverstanden?

Das Team der Schwielensohler besteht aus Altweltkamelen und aus Neuweltkamelen. Die Neuweltkamele sind schnell abgehandelt, sie bestehen aus langweiligen Lamas, drögen Vikunjas und öden Guanakos, allesamt maximal bessere Rehe, Rehe im Faserpelz quasi. Wir schauen uns ein doofes Bild an und lesen unten weiter.

Vicuña_Vigogne_Lago_Chungarà_4570m_Chile_Luca_Galuzzi_2006

Vikunjas sehen doof aus, aber das Foto von Luca Galuzzi ist schön (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Lucag/gallery)

Richtig interessant wird es bei den Altweltkamelen: Wir kennen das Dromedar (1 Höcker) und das Kamel (2 Höcker), wobei das Kamel eigentlich nicht Kamel heisst, sondern Trampeltier. Zwei Dromedare haben zwei Höcker und bilden zusammen ein Trampeltier.

Trampeltiere sind hochgradig gefährdet, das heisst, dass sie bei hohen Temperaturen sterben. Deshalb lagert man sie am besten im Kühlschrank und gewährt ihnen nur in Polarnächten etwas Auslauf. Ja, das klingt hart, aber Ordnung muss sein.

Der Höcker dient der Fettspeicherung, weshalb ein Trampeltier bei genügendem Trampeln und durch strikte Pflanzenkost schon mal das Fett eines Höckers abspecken und so ein Dromedar werden kann. Das Dromedar ist ein fittes Trampeltier, das Trampeltier ein Dromedar in der Massephase (im Winter essen und trainieren, im Sommer präsentieren).

Trampeltiere haben ein etwas zotteliges Fell, wenn sie anständig frisiert werden, erreichen sie aber auf der Autobahn gerne 230 km/h, was ihnen nicht selten Bussen einbringt, was aber auch nicht nützt, da sie nur PkW-Führerscheine besitzen und keine Busse fahren können.

An dieser Stelle endet der Text etwas abrupt.

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Bildlegende

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Wir sehen hier Schweizer Asphalt in weit über den medialen Hype erfahrenden 50 Schattierungen der Farbe Grau, der sich unter einer mit noch 5ml durch Glukose, Riboflavin und diverse Natriumcitrate gestrecktem Wasser gefüllten Aluminiumdose erstreckt, was insofern enttäuschend ist, als der Blogger innerhalb kurzer Zeit zwei Verben des gleichen Wortstamms «Streck» verwandte. Der Urheber dieser Kulisse ist nicht mit dem Urheber des Bildes zu verwechseln, man kann sie am Koffeinstrom im Blut unterscheiden: Viel (Kulissenurheber) trifft wenig (Bildurheber). Das Foto ist mässig, weswegen sein Urheber keine Bild-Legende ist, geschweige denn wird oder gar gewesen wäre, aber selbige mit passionierter Verve verfasst, wofür ich als ebenselbige ja gerade Zeuge stehe oder, um dem Motto des legendierten Bildes gerecht zu werden, liege.

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Frische Luft am Arsch!

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Bei schönem Wetter haben fast alle Menschen Pläne: Sie treiben Sport, treffen sich zur Verköstigung oder erkunden die Natur. «Geniess die schönen Tage», «Was machst du am Wochenende?», «Liebe Grüsse vom Baggersee». Das macht den Spontanen dieser Welt natürlich für kurze Zeit ein schlechtes Gewissen. Doch diese bleiben wetterunabhängig! Sie richten ihre Aktionen nicht nicht nach der Sonne aus und freuen sich trotzdem, wenn sie scheint. Befreien auch Sie sich aus den Klauen des Wetterberichts!

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Prekariat

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Heute regnet es. Ein Regentopfen ist harmlos, zu zweit werden sie lästig und in millionenfacher Ausführung bilden sie eine Masse, die schwer auf das Gemüt drückt. Deshalb ist, wem sein Chaos über den Kopf wächst, gut beraten, seine Lebensführung mit noch prekäreren Lebensführungen zu vergleichen. Der Blogger liest gerne politisch semi-korrekte Detektivgeschichten aus Übersee und Überjahrtausend, USA 30–70. Dort wird geschossen und getrunken sowie gefickt; betäubt und beraubt sowie betrogen – dass das eigene Leben plötzlich wieder seidig glänzend und wohlsortiert anmutend vor einem liegt. Vergleiche Schlechtes mit Schlechterem und es wird besser. Zumindest für einige Sekunden.

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Die Matrix, die Matrix!

Der Blogger sucht den Kiosk seines Vertrauens auf, um sich mit Wasser, Lebensstoff, zu versorgen, und entscheidet sich für H2O aus der Birchquelle Eptingen, reiner Sicherheitskauf. Die Warteschlange an der Kasse besteht aus einer älteren, voluminösen Frau, die ein Exemplar der Regenbogenpresse erwerben möchte. Da kommt es zu folgendem Dialog:

«3 Franken 70 bitte.»
– «Das kostet doch 2 Franken 90.»
«Ja, stimmt, dachte ich auch gerade beim Einscannen. Ist wohl teurer geworden.»
– «Unfassbar.»
«Ja, ein hoher Sprung von 2 Franken 90 auf 3 Franken 70. Aber wir haben keinen Einfluss auf die Preise.»
– «Doch, natürlich.»
«Nein.»
– «Doch, doch, ganz sicher.»
«Nein, schauen Sie, der Preis ist aufgedruckt. Den bestimmt der Verlag.»
– «Jaja, aber Sie kriegen was davon zurück.»
«Wie meinen Sie das?»
– «Ich kenne einige Leute, die in dieser Branche arbeiten. Ich weiss, wie das läuft.»

Und läuft weg. Ich mache den folgenschweren Fehler, in der Schlange aufzurücken, statt mich an die Fersen dieser mysteriösen Insiderin zu heften. Wie gerne hätte ich mir von ihr das Leben erklären lassen. Endlich verstehen, was sich hinter den Kulissen, im Technikraum der Matrix, wohl so abspielt. Endlich wissen, wie das läuft.

Mein Wasser war gleich teuer wie letztes Mal.

 

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Willkür #1

Paris SG scheint bereit zu sein, 222 Mio. für Neymar zu zahlen.

Leute sagen: «Viel zu viel, das sprengt den Rahmen, das ist sind absurd hohe Zahlen.»

Seit wann und ab welchem Betrag regen sich die Leute nun eigentlich auf?

Welches war die letzte Summe, die noch okay war? 100 Mio. für Ronaldo vor 8 Jahren? 60 Mio. für Figo vor 17 Jahren? 5 Mio. für Kahn vor 23 Jahren? 1 Million? 50’000? 100 Dollar? Appel und ein Ei? Wo zieht man die Grenze?

Egal, wie die Antwort aussieht. Sie wird willkürlich sein.

 

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